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Kroatien

Kroatien erklärte sich 1991 nach einem Referendum, das von einer großen Mehrheit der Bevölkerung angenommen wurde, für unabhängig von der Sozialistischen Föderativen Republik Jugoslawien. Der daraufhin folgende Krieg wurde erst 1995 mit dem Abkommen von Erdut beendet. Kroatien strebt seit 2001, nach Abschluss eines Stabilisierungs- und Assoziierungsabkommens, eine Vollmitgliedschaft in der Europäischen Union (EU) an. Die 2005 aufgenommenen Beitrittsverhandlung laufen derzeit noch.

Nachdem zum Anfang des Krieges kroatische Gebiete von der Jugoslawischen Volksarmee und paramilitärischen Einheiten besetzt wurden starten 1995 kroatische Streit- und Polizeikräfte die militärischen Operationen "Blitz" und "Sturm" zur Rückeroberung dieser Gebiete. Während des gesamten Krieges kam es zu massiven Menschenrechtsverletzungen und Kriegsverbrechen, sowie zu Verbrechen gegen die Menschlichkeit. Mit den Operationen "Blitz" und "Sturm" flohen 300.000 kroatische Serben und Angehörige anderer Minderheiten flohen außer Landes. Die in dieser Zeit an der nicht-kroatischen Minderheit des Landes begangenen Kriegsverbrechen sind bis heute weitgehend straffrei geblieben.

Journalisten, die zu den Themen Kriegsverbrechen und organisierte Kriminalität recherchieren, werden oft eingeschüchtert und bedroht. Einige von ihnen haben Morddrohungen erhalten oder wurden verprügelt. Ivo Pukanic und sein Kollege Niko Franjic wurden im Oktober 2008 durch eine Autobombe ermordet. Ermittlungen zu diesen Verbrechen werden häufig nur unzureichend und schleppend durchgeführt.

Romakinder werden wie auch in anderen Ländern des Westbalkans in ihrem Recht auf Bildung diskriminiert. Nur eine Minderheit der Romakinder beendet die Grundschule. Die Behörden haben es versäumt, eine sinnvolle Strategie zu entwickeln und umzusetzen, die diesen Kindern den Zugang zu Bildung zu erleichtern.

Links zu Materialien und Aktionsaufrufen zu Kroatien:

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